Am Samstag, den 21. März 2026 wurde der CBRN Erkundungswagen (CBRN ErkW) in einer kleinen Feierstunde im Feuerwehrhaus in Mantel durch Landrat Andreas Meier an die Feuerwehr Mantel übergeben. Das Spezialfahrzeug wurde dem Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab vom Bund zur Verfügung gestellt. Bei den Feierlichkeiten waren u.a. Bürgermeister Richard Kammerer mit seinem Marktgemeinderat, Dr. Stephan Oetzinger, MdL, Kreisbrandrat Marco Saller mit den Mitgliedern der Kreisbrandinspektion, Michael Giehl von der Katastrophenschutzbehörde sowie viele Mitglieder der Feuerwehr Mantel anwesend.

Begrüßung

Bürgermeister Richard Kammerer durfte die Anwesenden im neuen Anbau des Feuerwehrhauses in Mantel willkommen heißen. In seiner Begrüßung sprach er von einem besonderen Tag für den Markt Mantel und für die Feuerwehr Mantel. Er übergab das Wort an den Kommandanten der Feuerwehr Mantel, Timo Krauß.

Worte von Kommandant Krauß zur Fahrzeugstationierung in Mantel

Krauß ging näher auf die Stationierung des Fahrzeuges in Mantel ein. Auch er sprach von einem besonderen Tag, an dem die Feuerwehr Mantel überörtlich für den Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab und darüber hinaus Verantwortung im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz übernimmt. Die Übernahme verlange von den Einsatzkräften ein besonderes Maß an Ausbildung, Verantwortung und Einsatzbereitschaft ab. Worte des Dankes richtete er an seine beiden Spartenleiter Hendrik Dudacy und Simon Weber, die sich im Vorfeld bereiterklärt hatten, die Verantwortung für dieses spezielle Aufgabenfeld zu übernehmen. Ebenso bedankte er sich bei Wolfgang Janner und Simon Weber, die die Multiplikatorenschulung an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die anschließende Überführung des Fahrzeuges aus dem Auslieferungslager Bonn-Drahnsdorf nach Mantel übernommen hatten. Weitere 16 aktive Feuerwehrleute hatten sich auch dafür bereiterklärt, sich in der Fachgruppe CBRN Erkunder einzubringen. Somit stünde bereits bei Indienststellung eine schlagkräftige Truppe zur Verfügung. Krauß gab das Wort an seinen 2. Stellvertretenden Kommandanten Wolfgang Janner weiter.

Fahrzeugdaten

Janner gab einen kleinen Überblick auf die Aufgaben und Fähigkeiten des CBRN ErkW. Das Fahrzeug ist weit mehr als ein Transportfahrzeug. Es beinhaltet mehrere hochpräzise Messgeräte, darunter einem Dosisleistungsmesser mit im Fahrzeug angeschlossenen NBR-Sonden zur Messung von radioaktiver oder nuklearer Strahlung. Ebenfalls im Fahrzeug ist ein Photoionisationsdetektor (PID), ein Ionenmobilitätsspektrometer (IMS), ein Mehrgasmessgerät, Prüfröhrchen, Nachweispapier, etc. sowie ein Probenahmekoffer. Mit den Messgeräten können verschiedene Industriechemikalien, Gase und Kampfstoffe sowohl während der Fahrt im Fahrzeug, als auch im abgesessenen Betrieb vor Ort nachgewiesen werden. Ihre Messwerte werden zentral in einem IT-gestützen System abgelegt und können dort in einer digitalen Karte verortet, bewertet und auch an eine übergelagerte Messleitkomponente weitergegeben werden. Ergänzt wird das System von einer auf dem Fahrzeugdach angebrachten Wetterstation, die ebenfalls in das IT-System mit eingebunden ist. Im Fahrzeug selbst befinden sich auch noch Atemschutzgeräte für die Mannschaft, die während der Fahrt schon getragen werden können. Ebenfalls vorhanden sind weitere Schutzausrüstung, ein Intercom-System zur sicheren Kommunikation der Besatzung sowie ein hochverfügbares Datenfunksystem mit mehreren Mobilfunk- bzw. satellitengestützten Modems, BOS-Digitalfunkgeräten und einem damit verbundenen Fahrzeugnavigationssystem. Die 360°-Durchsagemöglichkeit rundet die Fähigkeiten des Fahrzeugs, vorgefertigte Texte oder eigene Warntexte durchzugeben, ab. Dies alles dient dem Schutz der Bevölkerung bei Einsätzen im Brand- und Katastrophenschutz sowie im Zivilschutz. Janner schloß seine Fahrzeugvorstellungen mit einem nachdenklichen Zitat von Generalleutnant André Bodemann: „Wir befinden uns nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden, sondern in irgendeiner Phase dazwischen.“ Er wünschte allen seinen Mitstreitern noch viel Ehrgeiz und Spaß bei den Übungen, aber auch wenige reale Einsätze.

Grußworte von Landrat Andreas Meier und Schlüsselübergabe

Landrat Meier erinnerte eingangs mit ebenfalls nachdenklichen Worten an die Bedeutung von Sirenensignalen, die ihm noch aus seiner eigenen Schulzeit in Erinnerung sind und machte damit deutlich, dass das Thema Zivilschutz wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zurückkehren muss. Als positiv stellte er heraus, dass das neue Fahrzeug als Werkzeug für die Bevölkerung gesehen werden kann, welches schon früh eine Gefahr oder eine Bedrohung für die Bevölkerung sichtbar machen kann. Seinen Dank richtete Landrat Meier an die Einsatzkräfte, die dieses Fahrzeug und damit eine wichtige zusätzliche Aufgabe und Verantwortung für die Bevölkerung übernehmen. Er appellierte an die Feuerwehr Mantel, Stolz zu zeigen angesichts der Tatsache, dass sie eine einzigartige Aufgabe im Landkreis Neustadt übernehmen. Er wünschte, ebenfalls wie seine Vorredner, viele Übungen, interessante Ausbildungen und wenige Einsätze mit dem Fahrzeug. Im Anschluss folgte die symbolische Schlüsselübergabe stellvertretend durch Meiers Tochter Katharina an Kommandant Timo Krauß.

Kreisbrandrat Marco Saller übermittelt seine Glückwünsche

Kreisbrandrat Saller ging in seinem Grußwort auf die Standortfindung für die Stationierung des CBRN ErkW ein, die er vorab schon mit den Mitgliedern der Kreisbrandinspektion besprochen hatte. Er dankte Bürgermeister Richard Kammerer und dem Marktgemeinderat des Marktes Mantel und Kommandant Timo Krauß mit der aktiven Wehr für die Offenheit in den Gesprächen gegenüber der Stationierung. Er sprach von einem Meilenstein für die Gefahrenabwehr im Landkreis Neustadt, der dieses Fahrzeug mit sich bringe, bei ABC-Lagen mit diesem Fahrzeug „vor der Lage“ zu sein. Zur Verdeutlichung der Notwendigkeit brachte Saller ein Einsatzbeispiel aus dem Jahr 2019, wo mit den damaligen vorhandenen Einsatzmitteln ein Gefahrstoff nicht detektiert werden konnte und auf überörtliche Hilfe über TUIS und die Analytische Taskforce bei der Berufsfeuerwehr München zurückgegriffen werden musste. Er fühle sich nun als Kreisbrandrat wohler, auf ein solches Fahrzeug im direkten Umgriff zugreifen zu können. Auch Saller bedankte sich bei der Feuerwehr Mantel für die Übernahme des Fahrzeuges und wünschte wenige Einsätze.

Schlußworte

Bürgermeister Kammerer dankte der Feuerwehr Mantel auch nochmals für die Übernahme der Verantwortung für die Übernahme des CBRN ErkW. Seinen Dank richtete er auch an seinen Marktgemeinderat, dessen Mitglieder den Beschluss zur Stationierung des Fahrzeuges in Mantel gefasst hatten. Kammerer lud noch zu einem anschließenden Imbiss und der Besichtigung des Fahrzeuges ein.

 

 

Text und Bilder: Alexander Kleber, Kreisbrandmeister für Gefahrgut und Öffentlichkeitsarbeit