Zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Feuerwehren Etzenricht, Georgenberg-Neuenhammer, Luhe, Neuhaus, Oberwildenau, Speinshart, Störnstein und Windischeschenbach nahmen an dem Lehrgang teil.

Das Ausbilderteam unter Leitung des Kreisfeuerwehrarztes Rüdiger Hettler bildeten Alexandra Kummer, Patrick Jung, Stefan Radies, Felix Müller und Johannes Windschiegl. Alle Ausbilder sind sowohl im Rettungsdienst als auch in der Feuerwehr aktiv. Der Lehrgangsleiter Rüdiger Hettler und Kreisbrandmeister Dominik Lang sowie der Kommandant der gastgebenden Feuerwehr Neuhaus, Fabian Zetzl, begrüßten die Teilnehmer am Freitag Abend zum ersten Teil.

Zu Beginn referierte Stefan Radies über das Auffinden einer Person, Eigenschutz, Bewusstseinsstörungen, stabile Seitenlage, Blutungen, Knochenbrüche und Vergiftungen. Rüdiger Hettler, der selbst als Notarzt tätig ist berichtete über Verkehrsunfälle, insbesondere darüber, was der Notarzt und Rettungsdienst von der Feuerwehr erwartet, und wie es nach dem Abtransport der Verletzten weitergeht. Das bleibt den Feuerwehren am Unfallort normalerweise verborgen.

Im zweiten Teil des Lehrgangs am Samstag stand dann die Praxis im Vordergrund. Nach einer kurzen Vorstellung der Ausbilder wurden die Teilnehmer in Kleingruppen aufgeteilt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übten, wie ein Helm abgenommen oder eine Halskrause (Stiff-neck) angelegt wird. Sie übten die Rettung aus Fahrzeugen ohne Hilfsmittel und mit dem sog. KED-System sowie den Patiententransport mit Tragetuch, Schaufeltrage, Vakuummatratze oder Spineboard. Nach einer kurzen Pause ging es um die Versorgung von Wunden und Blutungen, Amputationsverletzungen, das Anlegen einer Abbindung mittels eines sog. Tourniquets sowie um die Ruhigstellung von Knochenbrüchen. Ausserdem hatten die Teilnehmer die Gelegenheit die stabile Seitenlage zu üben und die mechanische Reanimationshilfe des Rettungsdienstes, LUCAS 2, kennenzulernen.

Nach der Mittagspause referierte Rüdiger Hettler über die Symptome und die Versorgung eines Herzinfarkts einschließlich der Herz-Lungen-Wiederbelebung beim Herz-Kreislauf-Stillstand sowie über die Behandlung des Herzinfarkts durch den Notarzt und im Krankenhaus. Anschließend stellte Johannes Windschiegl den Teilnehmern die Ausrüstung eines
Rettungswagens vor. An einer weiteren Station wurde der Umgang mit dem automatischen externen Defibrillator (AED) geschult. Ausbildungsziel war es hier, den Anwendern die Angst vor der Benutzung des AED zu nehmen und dessen einfache Anwendung aufzuzeigen. Dann ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ans Eingemachte. In zwei Gruppen
galt es realistisch inszenierte Notfallszenarien realitätsnah abzuarbeiten. Wichtiges Ziel der Ausbildung war es hier, den Teilnehmern zu vermitteln, dass es einen Teamleiter geben muss. So gelang es den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, eine Reanimation fünfzehn Minuten lang fortzusetzen, bis der Notarzt und Rettungsdienst eintrafen.

Eine Diskussion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Ausbilderteam bildete den Abschluss. Rüdiger Hettler bedankte sich bei den Teilnehmern für die engagierte Mitarbeit und besonders beim Ausbilderteam. Sein Dank galt auch dem Kommandanten Fabian Zetzl und den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Neuhaus für die hervorragende Organisation der Rahmenbedingungen und der Verpflegung. Die Ausgabe der Lehrgangszeugnisse durch Kreisfeuerwehrarzt Rüdiger Hettler bildete den Abschluss des Lehrgangs.

Text und Bilder: Rüdiger Hettler, Kreisfeuerwehrarzt und Fachbereichsleiter FB 8